Medienwissenschaft
Termin: 
Freitag, 21. September 2012 - 14:00

Seminar für Medien- und Kommunikationswissenschaft, Universität Mannheim

Proseminar


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Fr. 21.09.2012: 14:00 -18:00

Fr. 19.10.2012: 14:00 -18:00
Sa. 20.10.2012: 9:30 -17:00

Fr. 16.11.2012: 14:00 -18:00
Sa. 17.11.2012: 9:30 -17:00
 

Mit der Einführung des Massenmediums Radio im Jahre 1923 wurden herkömmliche ästhetische Konventionen aufgebrochen, kommunikations-politische Mechanismen auf die Probe gestellt und neue Wahrnehmungsformen eingeführt, die es erst zu verstehen und zu ergründen galt. Radiomacher, Kritiker und Politiker der Weimarer Zeit hatten sich mit Fragen zu beschäftigen, die nicht nur die Gestaltung des Programmes betrafen, sondern mussten sich auch mit politischen, sozialen, technischen, ästhetischen, künstlerischen, akustischen, musikalischen etc. Hintergründen, Aufgaben und Funktionen des Mediums auseinandersetzen. Besonders interessant wird die Frühphase des Radios in Deutschland dann, wenn man sie mit der nachfolgenden Phase des NS-Rundfunks vergleicht, die einen völlig anderen Anspruch an das Medium gestellt hat und die Experimente des Weimarer Radios vollständig unterband.

Das Seminar will deshalb die Entstehungsgeschichte des Radios und des Rundfunks betrachten und einen Überblick über die ersten rund 20 Jahre des deutschen Rundfunks geben. Dabei sollen technische, ästhetische, gesellschaftliche und politische Aspekte besprochen werden. Gearbeitet wird neben gängiger Fachliteratur auch mit zahlreichen Hörbeispielen sowie in Rundfunkzeitschriften veröffentlichten radio- und medientheoretischen Artikeln, die die Aufgaben, Funktionen, Ideen, Kunstformen etc. des Mediums diskutieren, hinterfragen, befürworten oder kritisieren.

 

Literatur zur Vorbereitung:

Koch, Hans J./ Glaser, Hermann (2005): Ganz Ohr. Eine Kulturgeschichte des Radios in Deutschland. Köln: Böhlau.  Kapitel 1 „Weimarer Republik” und Kapitel 2 „Drittes Reich”.