Medienwissenschaft
Termin: 
Dienstag, 18. Oktober 2011 - 10:00

Institut für Medienwissenschaft, Ruhr-Universität Bochum

2st., Di 10-12, GA 1/153
Gegenstandsmodul: Rundfunk
Systematisches Modul: Mediengeschichte

Bianca Westermann / Solveig Ottmann

 

Zauberei auf dem Sender - Die Anfänge des Hörspiels

Das 1924 urausgestrahlte ‚Hörspiel’ Zauberei auf dem Sender begründet die Geschichte des Hörspiels im deutschen Rundfunk. Der künstlerische Leiter des Frankfurter Funkhauses, Hans Flesch, hatte seine „Rundfunk-Groteske“ als Störung des Sendebetriebes intendiert und inszeniert. Als solche, und gerade nicht als fiktionale, dramaturgische Inszenierung, ist das erste deutsche Radio-Hörspiel auch durch die Hörer rezipiert worden. Das Seminar möchte, ausgehend von Fleschs Rundfunk-Zauberei, die Geschichte und Theorie des (deutschen) Hörspiels der 1920er und 30er Jahre in den Blick nehmen. Ziel ist es, einen Überblick über die Hörspieltheorie zu gewinnen und intensiv mit Hörmaterial zu arbeiten. Daher ist neben der detaillierten Analyse einzelner Hörspiele dieser Periode (wie z. B. Der Flug des Lindberghs (B. Brecht), Radau um Kasperl (W. Benjamin), die Auseinandersetzung mit den sich parallel entwickelnden frühen Ansätzen der Hörspieltheorie geplant. Des weiteren möchte das Seminar zum besseren Verständnis der Entwicklung des Hörspiels in seiner Anfangsphase eine Kontextualisierung des frühen Hörspiels in der Entwicklungsgeschichte des Radios und des Rundfunks leisten, ebenso wie der Blick nach Europa unablässig ist.


Zur Einführung:
Rothe, Katja (2009): Hören auf die Katastrophe. Die Normalisierung des frühen Radios, Berlin.